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Sanfte Osteopathie
 
Das Wort >sanft< nehme ich bewusst mit auf, da die Osteopathie vor allem im Pferdebereich in den letzten Jahren stark auf das sogenannte „Einrenken“ reduziert wurde und wird.
Damit Sie und Ihr Pferd sich langfristig über einen gesunden Bewegungsapparat freuen dürfen, lege ich bei meinen Behandlungen größten Wert auf ein ganzheitliches und behutsames Vorgehen. Behutsam bedeutet in diesem Zusammenhang, das meist schon lange involvierte Weichteilgewebe in die Behandlung mit einzubeziehen und nicht nur schnell die Gelenke zu manipulieren. Für mich ist es selbstverständlich, das Muskel- und Skelettsystem immer zusammen zu betrachten und zu behandeln.
Dieses Vorgehen ist verhältnismäßig komplex und wird durch verschiedene Anwendungen wie Triggerpunkt-Therapie, Massage, Dehnungen, Faszientechniken und Mobilisationen erreicht.
 
Wenn jetzt noch die entsprechenden Personen unterschiedlicher Spezialgebiete, z.B.: Pferdefachtierarzt, Zahnarzt, Hufschmied, Osteopath, Sattler, Homöopath, Akupunkteur, Trainer und vor allem auch der Reiter/Besitzer zusammenarbeiten und sich abstimmen, wird das optimalste Ergebnis erzielt.
So wird gewährleistet, dass es auf jedem Gebiet einen Profi gibt und gleichzeitig wird sichergestellt, dass keine Fehler durch nur oberflächliches Wissen und Können entstehen, bzw. dass "Zeichen" Ihres Pferdes durch naives Handeln übersehen werden.
Durch den fachlichen Austausch können alle Symptome berücksichtigt, diskutiert und ursächlich behandelt werden. Wenn die Situation eines Pferdes es erfordert, sollte es auch die angemessene Aufmerksamkeit erhalten.

Wir drücken dem Organismus in der Osteopathie keine Behandlung auf, sondern der Körper bekommt den notwendigen Impuls, um den Heilungsprozess einzuleiten.
Dadurch ist die Osteopathie eine Wissenschaft, Philosophie und Kunst.
 
Im Jahr 1874 begründete Dr. Andrew Taylor Still die Grundprinzipien der Osteopathie, die bis heute Gültigkeit haben. Durch Dr. Dominique Giniaux (französischer Tierarzt) ist der Aufschwung der Osteopathie in der Tiermedizin entstanden.

Ziel der Osteopathie ist es, die Ursachenkette der Beschwerden bis zu ihrem Ursprung zu erfassen und zu behandeln, damit der Organismus seine eigene Balance wieder herstellen kann.

Dazu ist es unerlässlich, den Patienten in seiner Ganzheit und Vielschichtigkeit zu verstehen und das wechselseitige Zusammenspiel der Systeme zu erkennen.

Es werden Fehlfunktionen der Gelenk- und Gewebemobilität im Körper mittels manueller Untersuchung festgestellt und behandelt.
 
Die Osteopathie spielt also eine große Rolle bei Erkrankungen, die den Bewegungsapparat betreffen, aber auch bei chronischen Erkrankungen. Sie dient auch der vorbeugenden Gesunderhaltung von unseren geliebten Pferden.
 
Durch die Triggerpunkt-Therapie werden verspannte Muskeln, die durch ihren Verlauf vor allem Gelenke in ihrer Beweglichkeit beeinträchtigen, effektiv behandelt.
 
Die Triggerpunkt-Therapie ist eine Methode zur Vorbeugung und Behandlung von Störungen des Bewegungsapparates. Triggerpunkte sind überempfindliche Stellen im Muskelgewebe, in Faszien, Sehnen, Bändern und im Periost (Knochenhaut), die auf Druck schmerzhaft reagieren. Sie werden durch geschulte Fingerspitzen aufgespürt und behandelt, dadurch kann sich das Pferd wieder freier und leichter bewegen.

Entwickelt wurden die Theorien und Techniken der Triggerpunkt-Behandlung im Bereich der Physiotherapie beim Menschen.

Die Amerikanerin Dr. Janet Travell spielte dabei die entscheidende Rolle.
In den frühen 1950ern begann sie den Begriff „Triggerpunkt“ bzw. „myofaszialer Triggerpunkt“ zu definieren und ihr gemeinsam mit D.G. Simons veröffentlichtes Buch „Myofascial Pain and Dysfunction: A Trigger Point Manual“ gilt als Standartwerk zu diesem Thema.

Viele Basisannahmen aus der Triggerpunktbehandlung lassen sich direkt auf das Pferd übertragen. Dennoch stellen nicht nur die wesenstypische Anatomie und Biomechanik besondere Anforderungen an den Therapeuten.

Somit wird das betroffene Gelenk oft schon durch die Anwendung der Triggerpunt-Therapie mitbehandelt und kann dann meistens mit sanften Mobilisationen seinen vollen Bewegungsspielraum wiedererlangen.
 
 
 
 
 

copyright: Sabina Hamschmidt | ursachewirkung 2012